Vergleich zwischen den FinfraG- und EMIR-Anforderungen – Was bedeutet das für Sie?

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10/10/2017 – Von Gaurav Chandra, Produktmanager, AxiomSL EMEA

Im Anschluss an die Finanzkrise 2009 einigten sich die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten darauf, die Finanzverordnungen zu reformieren, um die Widerstandsfähigkeit und Transparenz der Derivatemärkte zu verbessern. Als Reaktion darauf verabschiedete die EU 2012 die europäische Marktinfrastrukturverordnung (EMIR) mit ähnlichen Zielen wie das 2010 in den USA verabschiedete Dodd-Frank-Gesetz (DFA). Da die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union (EU) ist, musste sie zum Schutz der Schweizer Marktintegrität eine eigene Verordnung erlassen. Das Finanzmarktinfrastrukturgesetz (Financial Markets Infrastructure Act, FMIA), auch FinfraG genannt, wurde im Juni 2015 vom Parlament verabschiedet und trat Anfang 2016 in Kraft. Die Schweizer Anforderung steht im Einklang mit den G20-Derivate-Meldesystemen, welche die Handelsregulierung mit internationalen Standards verbinden und auf wichtige Veränderungen in der Infrastruktur der Finanzmärkte eingehen, wie z. B. zentrales Clearing der Gegenparteien und Handelsplattformen. Damit sollen letztendlich die Transparenz im Schweizer OTC-Derivatemarkt erhöht und systemische und operationelle Risiken reduziert werden.

Wer ist meldepflichtig?

Alle Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, ihre ausländischen Niederlassungen und Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen in der Schweiz sind nach dem FinfraG meldepflichtig. Das FinfraG schreibt den Gegenparteien (CPs) eine Reihe von Verpflichtungen vor, darunter Clearing sowie Reporting und Risikominimierung. Im Rahmen der Meldepflicht müssen alle OTC- und ETD-Transaktionen an ein von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) durch T+1 genehmigtes Transaktionsregister (TR) gemeldet werden. Die an das Transaktionsregister zu übersendenden Felder erfordern eine Kombination aus Counterparty- und Tradeinformationen zu jeder Einzel-Transaktion.

Hauptunterschiede und Überschneidungen zwischen FinfraG und EMIR

Obwohl FinfraG und EMIR grosse Ähnlichkeit aufweisen, stellen wir auch hier einige entscheidende Unterschiede fest. Während EMIR am 12. Februar 2014 mit einem Produktivstart in Kraft getreten ist, folgt die Schweizer Regulierung einer ¸Einführungsphase‛ mit mehreren Produktivstarts, die im Oktober 2017 beginnt und sechs Monate, neun Monate oder zwölf Monate nach der Genehmigung der TRs betragen wird. Unter FinfraG ist das Meldekonzept einseitig, d. h., dass nur einer der CP meldepflichtig ist, während EMIR eine zweiseitige Meldepflicht darstellt, die beiden CPs auferlegt ist. Ein weiterer Unterschied ist der regionale Geltungsbereich, wobei das FinfraG für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und deren ausländischen Niederlassungen sowie für Schweizer Niederlassungen ausländischer Unternehmen gilt, während der Schwerpunkt der EMIR-Verordnung innerhalb der EU liegt. Die CPs müssen sich nach den von der Regulierungsbehörde vorgestellten Kategorien klassifizieren um festzustellen, welche Teile der Verordnung für sie gültig sind. Während es unter EMIR 3 Kategorien gibt – Die Finanzielle Gegenpartei (FC), die nichtfinanziellen Gegenparteien (NFC)(+) und die NFC (-) – unterteilt sich die FinfraG-Verordnung, FC in zwei weitere Kategorien: FC (+) und FC (-); CPs müssen sich selbst einer der vier vom Regime angegebenen Kategorien zuordnen. Die Grenzwerte, die die Schweizer Verordnung vorschreibt, unterscheiden sich ebenfalls von denen der EMIR.

Die FinfraG-Verpflichtung sieht ebenso wie EMIR vor, alle Derivate an ein TR zu melden, wobei alle ETD- und OTC-Transaktionen über ihren Lebenszyklus zu melden sind. Diese Gemeinsamkeit ermöglicht es den Marktteilnehmern, die Mehrheit der gespeicherten EMIR-Daten auch zum Zwecke des FinfraG-Berichtswesens zu nutzen.

Was müssen Sie nun tun?

Die sich ständig weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen erzeugen nun ein steigendes Interesse der Marktteilnehmer an einer einzigen, robusten Plattform, die weltweit alle Anforderungen an das Reporting von Transaktionen aus einer Hand erfüllt. Heute müssen Handelsunternehmen (ob finanzielle oder nichtfinanzielle) schnell handeln und sich entscheiden, ob sie unendlich viel Aufwand für die Aktualisierung ihrer internen Technologielösungen aufwenden oder Lösungen von Drittanbietern nutzen, die branchenweite Upgrades ohne weitere architektonische Änderungen ermöglichen. AxiomSL bietet eine umfassende Lösung für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen des globalen Handels- und Transaktions-Reportings. AxiomSLs zentrale strategische Plattform bietet Ihnen die Flexibilität, sich mit mehreren Transaktionsregistern innerhalb desselben Regimes zu verbinden. Die zentrale datenunabhängige Plattform integriert Rohdaten, die aus mehreren Quellen stammen, und die zentrale strategische Plattform ermöglicht es, dass dieselbe Architektur für verschiedene regulatorische Anforderungen verwendet werden kann. Dadurch werden operationelle Risiken und Kosten sowie die Komplexität der Einhaltung von Vorschriften erheblich reduziert.

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