Österreich setzt den Maßstab für die europäische Berichterstattung

Von Ralf Menegatti, Produkt Manager Finanzberichte / Meldewesen EMEA, AxiomSL

Seitdem die EU Kommission das “Single Rule Book” 2011 auf den Weg brachte, stellen die hier verabschiedeten Direktiven und Regeln bindendes Gesetz für alle EU Länder dar. Somit kann und sollte man auch sämtliche neue Von Ralf Menegatti, Produkt Manager Finanzberichte / Meldewesen EMEA, AxiomSLregulatorische Direktiven etwa wie Basel III, CRD IV, CoRep, Finrep, und IFRS nicht isoliert, sondern nur im Zusammenhang betrachten. Alle nationalen Aufsichtsbehörden folgen denselben Regeln. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) erarbeitete zur Harmonisierung sogenannte technische Implementierungsstandards (ITS). Diese definieren unter anderem Mindestanforderungen an Umfang, Form und Qualität der Datenlieferungen und Berichtsformate für die einzelnen Gesetze und Bestimmungen. Das von der Österreichische Nationalbank (OeNB) herausgegebene SMARTCUBE Format entspricht nicht nur den Vorgaben, sondern geht konsequent einen Schritt weiter.

Die Finanzkrise hat aus Sicht des Verbrauchers gezeigt, dass regulatorische Bestimmungen und die Berichtspflicht der Banken keinem Selbstzweck folgen, sondern der Vorbeugung, Transparenz und Marktgerechtigkeit dienen. Harmonisierung auf europäischer Ebene ist notwendig, um die Institute und deren globale Geschäfte und Finanzströme mit gleichem Maß zu überwachen. Die oben genannten ITS Standards sind der erste Schritt, um vor allem auf Datenebene gleiche Strukturen zu schaffen.

Während die ITS Kategorien und Daten Container definieren, schaffte die OeNB, mit der SMARTCUBE Lösung, das Kunststück, exakte Datenstrukturen als Ziel vorzugeben, die als Datenmodell den internationalen Vorgaben entsprechen, und darüber hinaus viele Vorteile für alle Beteiligten bietet.

Unter Smart-Cube verstehen wir eine Form der Einreichung des Berichtsformats der österreichischen Behörde und Bankaufsicht OeNB. Warum “smart”? Nun, selbst besteht es aus einer durchdachten und detailreichen Datenmodellvorlage (Basis Cube), auf dem hoch aggregierte exakte Berichte (Smart Cubes) kreiert und versendet werden.

Die Regulierungsbehörde selbst nennt es “eine präzise, einfache und eindeutige Definition von Informationen”, die beabsichtigt, “statistischen Analysen und Dateninterpretationen für die Makro- und Mikroebene bereitzustellen”. Sie entpricht internationalen Berichtsanforderungen und verbessert die Datenqualität mithilfe präziser Definitionen.

Man mag jetzt einwerfen, die hierzu notwendige Datenbeschaffung und Zuordnung sei kostspielig. Jedoch ergibt sich bei der Analyse, dass das Base Cube Datenmodell sich auch für internes Reporting sehr gut eignet. Es fordert eine Datenkonsistenz, die ohnehin in Unternehmen notwendig ist.

Wir sehen, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation der OeNB mit Datenlieferanten und berichtenden Instituten intensiviert werden werden muss, und nationale und internationale Kooperationen erforderlich sind, um sie vollständig umzusetzen. Die Bankinstitute müssen schon aus Effizienzgründen ihre IT Architektur überdenken und nach geeigneten Lösungen und Plattformen suchen, die den stetig wachsenden Datenhunger der Behörden langfristig stillt.

Aufgrund der wachsenden Anzahl von Pflichtmeldungen und neuen Regulatorien kann Effizienz nur bedeuten, die Berichte auf einer einheitlichen Plattform zu erstellen. Wenn nun – wie es in Österreich der Fall ist – die Behörde die Struktur der Lösung schon vorgibt, spart das Zeit beim Entwurf, bei der Implementierung und schafft Vergleichbarkeit und Skalierbarkeit, bei allen neuen Lieferformaten die hinzukommen. Dies ist vorbildlich und kann klar als attraktiver Standortvorteil gelten, denn die europäischen Vorschriften kommen so oder so.

Dieser Artikel wurde ursprünglich in der Wirtschafts Blatt veröffentlicht.

Bitte kontaktieren Sie emea@axiomsl.com für weitere Fragen oder Anregungen.

[spacer]