EZB veröffentlicht finale Regeln für AnaCredit

AxiomSL | AnaCredit
English Español French

11. Juli 2016 – Nicola Hortin, Head of Regulatory Analysis, AxiomSL

Ende Mai 2016 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die endgültige Version für die erste Phase der AnaCredit-Regeln AxiomSL | AnaCredit Solutionveröffentlicht. Zu den wichtigsten Änderungen seit der Veröffentlichung des Entwurfs zählt die Verschiebung des ersten Referenzdatums für die Veröffentlichung um sechs Monate von März auf September 2018. Diese Verzögerung ist eine Reaktion auf die deutlich erhöhte Granularität der einzureichenden Berichtsdaten; AnaCredit verlangt Meldungen auf Kreditebene sowie Details zur erhaltenen Kreditabsicherung und umfassende Kontrahenteninformationen. Die technischen Details zur Datenvorlage sind bislang nicht veröffentlicht.

Die Berichtspflicht beginnt erst im September 2018, doch Referenzdaten über Kontrahenten müssen von den Unternehmen möglicherweise schon ab 31. Dezember 2017 bei den nationalen Zentralbanken (NZB) eingereicht werden.

Einige der Regeln werden derzeit finalisiert. Vor diesem Hintergrund entwickelt AxiomSL eine frühe Arbeitsversion der AnaCredit-Lösung, die im dritten Quartal dieses Jahres fertiggestellt sein soll und den Kunden für Tests zur Verfügung gestellt wird. Die frühe Arbeitsversion wird aktualisiert, wenn die Meldeanforderungen von den Regulierern festgelegt wurden; außerdem werden wir Rückmeldungen der Kunden berücksichtigen.

Die AnaCredit-Regeln werden nur für manche Einheiten und Filialen innerhalb von Bankengruppen gelten. Für in einem Land der Eurozone ansässige Kreditinstitute ist eine Berichterstattung auf Einzelebene vorgesehen. Davon eingeschlossen sind unabhängig von ihrem Sitz die Filialen des Instituts. Darüber hinaus gilt AnaCredit für alle in der Eurozone ansässigen Filialen ausländischer Kreditinstitute((, einschließlich der britischen und US-Banken)). In einem späteren Stadium könnten Berichte auf konsolidierter Basis eingeführt werden.

Üblicherweise müssen AnaCredit-Daten der jeweiligen NZB vorgelegt werden. Wenn sich eine Filiale und auch die Rechtseinheit, zu der sie gehört, in einem Mitgliedstaat der Eurozone befindet (zum Beispiel die deutsche Filiale einer französischen Bank), gibt es die Möglichkeit der doppelten Berichterstattung. In solchen Fällen müssen Daten der Filiale möglicherweise als Teil der Meldung der Rechtseinheit an die Banque de France und gleichzeitig als Meldung der Filiale an die Deutsche Bundesbank eingereicht werden. Nach den finalen Regeln haben die NZB die Möglichkeit, auf die Erfassung von Daten zu verzichten, um solche Doppelzählungen zu vermeiden.

AnaCredit gilt nicht für Tochterunternehmen von in der Eurozone angesiedelten Gesellschaften; wenn also zum Beispiel eine in Frankreich ansässige Bank eine Tochter in Großbritannien hat, ist diese nach AnaCredit nicht berichtspflichtig.

In der ersten Phase von AnaCredit berücksichtige Produkte sind Einlagen, Überziehungskredite, Kreditkartenschulden, Kreditlinien, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Leasing-Verbindlichkeiten und andere Kredite, doch der Geltungsbereich könnte später auf Derivate und Posten außerhalb der Bilanz ausgedehnt werden. Unternehmen werden deutlich vor September 2018 robuste Systeme installiert haben müssen, um die Korrektheit und Qualität der an die Regulierer gemeldeten Daten zu gewährleisten.

Weitere Änderungen in der finalen Version der Regeln sind die Vereinheitlichung der Meldeschwelle für alle Kredite auf 25.000 Euro sowie – nach Ermessen der zuständigen NZB –die Einführung einer Quartalsberichterstattung für kleine Banken für eine Übergangszeit von zwei Jahren, um den Bedenken wegen der Belastung durch monatliche Meldungen für kleinere Unternehmen Rechnung zu tragen.

Ein wichtiger Punkt ist, dass die Meldeschwelle von 25.000 Euro nicht auf der Ebene von Einzelkrediten gilt. Stattdessen muss ein bestimmtes Instrument wie etwa ein Kredit gemäß AnaCredit gemeldet werden, wenn er von einem Schuldner gehalten wird, dessen zugesagter Betrag (sowohl genutzt als auch ungenutzt) bei allen erfassten Instrumenten im Berichtszeitraum diesem Schwellenwert entspricht oder ihn überschreitet. In diesen Fällen ist jedes einzelne erfasste Instrument des Schuldners meldepflichtig, selbst wenn der zugesagte Betrag bei einem bestimmten Instrument den Grenzwert nicht überschreitet.

Dies bedeutet: Unternehmen werden die Höhe der Zusagen für jeden Kontrahenten bei allen erfassten Produkten im Berichtszeitraum nachverfolgen müssen, um festzustellen, ob eine Offenlegung erforderlich ist; beim Überschreiten des Werts von 25.000 Euro entsteht für den jeweiligen Kontrahenten eine Berichtspflicht, sodass alle erfassten Produkte zu melden sind. Diese Prüfung ist auf der Ebene der „beobachteten Stelle“ erforderlich, also bei der ausländischen Filiale oder den institutionellen Einheiten der berichtenden Gesellschaft (bei der es sich um ein Einzelbüro oder mehrere Büros an unterschiedlichen Standorten im gleichen heimischen Rechtsgebiet handeln kann).

Nach den AnaCredit-Regeln werden Daten in Vorlage 1 und Vorlage 2 aufgeteilt. Zwar wird der Begriff „Vorlage“ verwendet, doch es gibt keine festen Formatvorlagen für die Berichte, da AnaCredit statt Zusammenfassungen Meldungen auf der Ebene von Einzelkrediten verlangt. Innerhalb jeder „Vorlage“ gibt es Datensätze, zu denen jeweils eine definierte Liste von Attributen gehört.

Die meisten Datensätze müssen monatlich gemeldet werden. Die Zahl der einzelnen Attribute beträgt 95, sodass die Gesamtmenge an bei den NZB einzureichenden Daten außergewöhnlich hoch ist.

Verlangt werden die folgenden Datensätze (mit Beispielen für einige der dazugehörigen Datenattribute):

Vorlage 1

  • Referenzdaten zum Kontrahenten: Name, LEI-Code, Adresse, Größe, Bilanzsumme, Zahl der Mitarbeiter, oberste Muttergesellschaft
  • Instrumentendaten: Typ, Auflegungsdatum, Häufigkeit der Zinsneufestlegung, Referenzzins, Rang
  • Finanzdaten: Zinssatz, Datum der nächsten Zinsneufestlegung, Zahlungsrückstände, Zahlungsunfähigkeitsstatus, aufgelaufene Zinsen
  • Daten zu Instrumenten von Kontrahenten: Rolle des Kontrahenten (Gläubiger, Schuldner, Dienstleister, Originator)
  • Mithaftungsdaten: Offene Beträge für die einzelnen Schuldner

Template n°2

  • Buchhaltungsdaten: Buchhalterische Einordnung, Abschreibungen, Wertminderungen, Quellen von Belastungen, Buchwert
  • Daten zu erhaltenen Absicherungen: Typ, Wert, ursprünglicher Wert und bei Immobilien der Standort
  • Daten zu erhaltenen Instrument-Absicherungen: Absicherungsidentifikation, Wert der Kreditsicherung für das Instrument, Ansprüche Dritter auf die Absicherung
  • Daten zum Kontrahentenrisiko: Ausfallwahrscheinlichkeit
  • Daten zur Zahlungsunfähigkeit des Kontrahenten: Zahlungsausfallstatus des Kontrahenten

Die technischen Anforderungen für die Einreichung von Daten bei den unterschiedlichen NZB wurden noch nicht veröffentlicht. Jedoch müssen die NZB die Meldepflichten mindestens 18 Monate vor dem ersten Berichtsreferenzdatum veröffentlichen, das heißt bis März 2017. Wir werden unsere Kunden über die Meldeanforderungen informieren, sobald sie veröffentlicht werden.

Über AxiomSL

AxiomSL ist ein führender globaler Anbieter von Lösungen für regulatorische Berichterstattung und Risikomanagement für Banken, Vermögensverwalter und Versicherungen. Wir stellen Kunden die Werkzeuge zur Verfügung, die sie brauchen, um finanzielle, risikobezogene und operative Anforderungen zu erfüllen und regulatorische Vorgaben zu Berechnung und Offenlegung weltweit einzuhalten.

Alle Lösungen von AxiomSL entstehen auf der Grundlage derselben anpassbaren Hochleistungsplattform. Dies gibt Kunden die einzigartige Möglichkeit, Kosten und Komplexität der Compliance zu verringern, indem sie eine einheitliche Plattform nutzen, um sämtliche für sie geltenden Anforderungen weltweit zu verwalten. Die Lösungen von AxiomSL bieten einen umfassenden Support und werden bei Änderungen von Regeln und Vorlagen aktualisiert. Die unerreichte Transparenz von AxiomSL versetzt Nutzer in die Lage, von den erstellten Berichten aus auf die zugrunde liegenden Berechnungen und Quelldaten zuzugreifen.

Im Waters Ranking 2015 wurde AxiomSL zum „Best Reporting Provider gewählt“ und im Bericht Sell-side Risk Management Technology 2015 von Chartis Research als Kategorieführer ausgezeichnet. Im Jahr 2014 gewann AxiomSL für seine Arbeit mit Morgan Stanley die Kategorie „Best Reporting Initiative“ bei den American Financial Technology Awards; in den RiskTech100-Rankings von Chartis erreichte das Unternehmen den Spitzenplatz in der Kategorie Kundenzufriedenheit.

So erreichen Sie uns

E-Mail: emea@axiomsl.com
Zentrale London 125 London Wall, London EC2Y 5AJ
Tel.: +44 (0)20 3823 4600
Website: www.axiomsl.com

Vernetzen Sie sich mit uns: