AnaCredit: Kreditrisikoengagement unter der Lupe

AxiomSL | AnaCredit
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March 20, 2015 – Von Nicholas Hamilton, Marktforschungsanalytiker, Richtlinien- und Produktstrategie

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist dabei, zum Zweck einer genaueren Marktüberwachung ihre Pläne für ein zentralisiertes Register für granulare Kreditdaten fertigzustellen. Ohne eine skalierbare Plattform, die das gesamte AxiomSL EMEA - AnaCredit: Putting credit exposures under a microscopeBerichterstattungsverfahren automatisiert, werden Kreditinstitute jedoch Mühe haben, dem neuen Register in den gegenwärtig diskutierten regelmäßigen Intervallen die zahlreichen erforderlichen Berichte bereitzustellen.

Als Teil ihres Programms Analytical Credit Dataset (AnaCredit) harmonisiert die EZB die von den heimischen Kreditregistern der Länder der Eurozone gesammelten Daten (wie z. B. der spanischen La Central de Información de Riesgos del Banco de España – CIRBE) und führt neue Anforderungen für granularere Daten ein. Die von den nationalen Registern gesammelten Daten werden zur Schaffung der zentralisierten europäischen Datenbank verwendet, mittels derer die EZB ihre Statistiken erstellen wird. Dies schließt die Analyse wertgeminderter Vermögenswerte, die Kostendeckung jener Vermögenswerte sowie Darlehen nicht finanzieller Kapitalgesellschaften gestaffelt nach Unternehmensgröße mit ein.

Um diese Art von Statistiken erstellen zu können, verlangt die EZB von Kreditinstituten in der Eurozone (und anderen Ländern der Europäischen Union die teilnehmen möchten) Berichte über ihr Kreditrisikoengagement auf Kreditnehmer- oder Darlehensebene. Die fertige Verordnung wird voraussichtlich etwa 100 Datenattribute erfordern, einschließlich granularer Daten über Kreditgeber und -nehmer, Merkmale des Risikoengagements, Bewertung, Risiko- und Verlustmaßnahmen sowie Bilanzstatus.

Derlei Anforderungen stellen eine beträchtliche Herausforderung für Kreditinstitute dar. Denn viele der AnaCredit-Datenattribute waren für externe Berichterstattungszwecke bisher nicht erforderlich. Das bedeutet, dass Kreditinstitute gegenwärtig wahrscheinlich nicht alle notwendigen Daten sammeln. Verfügt ein Kreditinstitut dennoch über die erforderlichen Daten, durchlaufen diese unter Umständen keine strengen Governance-Verfahren und sind daher möglicherweise qualitativ unzuverlässig. Darüber hinaus werden die Daten zweifellos über mehrere Systeme hinweg verbreitet und müssen der Datenstruktur der EZB angepasst werden.

Daraus geht hervor, dass Kreditinstitute eine Berichtsplattform mit einer starken Datenaggregationsfunktion benötigen, die all diese notwendigen Daten zusammentragen kann. Datennormalisierung und -anreicherung werden ebenfalls unerlässlich sein, um sicherzustellen, dass Daten aus unterschiedlichen Quellen in das korrekte Format gebracht werden und dass die fertigen Berichte vollständig sind.

Neue, granulare Daten sind jedoch nicht die einzige, von AnaCredit ausgehende Herausforderung. Um eine holistische und genaue Übersicht über das Kreditrisikoengagement in Europa zu erhalten, wird die EZB wahrscheinlich eine niedrige Grenze für berichtspflichtige Darlehen setzen und eine häufigere Berichterstattung verlangen, als bisher von heimischen Kreditregistern vorgeschrieben wird. Aus Sicht der Kreditinstitute bedeutet das, dass sie mehr regulatorische Berichte in kürzeren Intervallen erstellen müssen.

Diese Anforderungen werfen daher die Frage nach der Brauchbarkeit der Berichtsplattformen der Kreditinstitute auf. Einige Aspekte ihrer gegenwärtigen Kreditberichte, wie z. B. Datenkorrektur und Berichtsbeglaubigung, bewerkstelligen Kreditinstitute möglicherweise manuell. Doch wenn nach AnaCredit die Anzahl der bereitzustellenden Berichte drastisch ansteigt und sich der Berichterstattungszyklus verkürzt, wird dies nicht länger möglich sein.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen Firmen eine Plattform, die das Berichterstattungsverfahren nicht nur automatisiert, sondern auch über Funktionalitäten wie Business-Dashboards und Managementinformationen (MI) verfügen. Auf diese Weise kann problemlos die Beglaubigung einer Vielzahl Berichte verwaltet werden und Unternehmen haben die Gewissheit, dass sie alle ihre Berichte ordnungsgemäß erstellt haben.

AnaCredit ist die neueste einer stets steigenden Anzahl an Verordnungen, die große Mengen granularer Daten verlangen, und stellt mit den bei Stresstests vergleichbaren Datensatzanforderungen, wie sie z. B. in dem britischen Firm Data Submission Framework (FDSF) oder in der amerikanischen Comprehensive Capital Analysis and Review (CCAR) angewendet werden. Eingedenk dessen wird es für Kreditinstitute Zeit, strategisch über die Berichterstattung von Kreditdaten nachzudenken und sich auf eine neue Ära vorzubereiten, in der Aufsichtsbehörden ihr Kreditrisikoengagement wie nie zuvor unter die Lupe nehmen.

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