Erkennung des Herkunftsmitgliedstaates für Beteiligungsoffenlegungen

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05/03/2018 – By Gaurav Chandra, Product Manager, AxiomSL EMEA

Im Jahr 2013 hat die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) die Vorschriften zur Offenlegung des Herkunftsmitgliedstaates durch die Änderungen zur Transparenzrichtlinie (TDA) überarbeitet. Dies verpflichtet alle Emittenten von Wertpapieren, deren Handel auf einem Markt in der Europäischen Union (EU) zugelassen wurde, ihren Herkunftsmitgliedstaat an die entsprechend zuständige Behörde zu melden. Das weitverbreitete Missverständnis des Begriffs „Herkunftsmitgliedstaat“ verursacht nach wie vor erhebliche Herausforderungen für die Finanzinstitutionen (FIs).

Die ESMA definiert Herkunftsmitgliedstaat als den Mitgliedsstaat der zuständigen Behörde, die vom Emittenten unter den EU-Mitgliedsstaaten ausgewählt wurde, in dem seine Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind. Das ist ein wesentlicher Aspekt, da der Herkunftsmitgliedstaat die wichtigste Triebfeder ist, um die jeweilige Zuständigkeit in der EU für die Meldepflichten von Beteiligungsoffenlegungen (SD) zu identifizieren.

Es hängt viel vom Ruf ab

Während das Land mit dem Hauptquartier oder das Land der variablen Notierung als primärer Anhaltspunkt für die meisten Wertpapiere zur Bestimmung der entsprechenden Zuständigkeiten dient, ist der Herkunftsmitgliedstaat für EU-Zuständigkeiten erforderlich. Aus Sicht der EU ist es daher wichtig, genaue Informationen zum Herkunftsmitgliedstaat zu erhalten. Unabhängig davon sind viele FIs, die in der EU handeln, nicht in der Lage, diese Informationen erfolgreich zu identifizieren. Jahr für Jahr haben diese Unternehmen das Gründungsland oder Börsennotierungsland standardmäßig als Herkunftsmitgliedstaat angewandt, was tatsächlich jedoch falsch sein könnte. Da Unternehmen diese potentiell fehlerhafte Vorgehensweise verfolgen, setzen sie sich möglicherweise selbst Compliance-Unzulänglichkeiten sowie Betriebs- und Reputationsrisiken aus. Ferner können ungenaue Meldungen auch zu einer harten Maßnahme seitens der jeweiligen zuständigen Behörde (Relevant Competent Authority, RCA) führen.

Um negative Auswirkungen zu vermeiden, müssen Unternehmen sicherstellen, dass jeweilige Offenlegungen den richtigen Zuständigkeiten, die mit den Handelsaktivitäten des Unternehmens in Verbindung stehen, gemeldet werden. Die richtige Identifizierung der Regulierungsbehörde zur Erfüllung von Offenlegungsanforderungen ist ein wichtiger Ausgangspunkt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Compliance.

Herkunftsmitgliedstaat vereinfacht

Die Eruierung des Herkunftsmitgliedstaats ist eines der schwierigsten Datenelemente, dem unsere Kunden gegenüberstehen. Aus diesem Grund erhalten wir zahlreiche Anfragen von Finanzinstitutionen zu diesem Thema. Wie können Sie also den richtigen Herkunftsmitgliedstaat für ein Wertpapier feststellen?
Wir glauben, dass Unternehmen ggf. öffentlich verfügbare Regulierungsdaten, die von der ESMA ständig aktualisiert werden, verwenden können. Diese Informationen waren zuvor im ESMA-Verzeichnis unter Beteiligungen, die zum Handel auf von der EU geregelten Märkten zugelassen sind, verfügbar. Nach MiFID II wurde die Liste durch das Referenzdatensystem für Finanzinstrumente (Financial Instruments Reference Data System, FIRDS) ersetzt.

Unserer Meinung nach ist das aktualisierte ESMA-Verzeichnis zu Dividendenpapieren in FIRDS, welches die RCA des Wertpapiers angibt, die derzeit beste Quelle für die Identifizierung des Herkunftsmitgliedstaates. Es muss allerdings hervorgehoben werden, dass FIRDS noch relativ neu ist, und während ESMA äußerste Sorgfalt dabei walten hat lassen, möglichst akkurate Informationen zu erhalten, liegt die Verantwortung für die Bereitstellung des korrekten Herkunftsmitgliedstaates weiterhin bei den FIs.

Unternehmen können die Informationen zum Herkunftsmitgliedstaat auch direkt vom Emittenten erfragen, da alle Emittenten verpflichtet sind, diese Daten offenzulegen. Obwohl das die genaueste Methode für den Zugang zu den Informationen wäre, ist sie für Unternehmen möglicherweise unpraktisch, wenn davon ausgegangen wird, dass sie mit tausenden Emittenten zu tun haben.

Der Zeit voraus sein

Herkunftsmitgliedstaat ist eines der vielen Konzepte, das möglicherweise Auswirkungen auf die Marktteilnehmer bei ihrem Streben hat, konform zu bleiben. Verstärkte Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden bedeuten, dass die jeweiligen Behörden kritischer denn je sind. Es ist wichtig, den Überblick über die aktuellen regulatorischen Entwicklungen zu behalten, um auf das sich ständig wandelnde Compliance-Umfeld wirksam zu reagieren. Unternehmen sollten vorwärts blicken, indem sie diese rechtlichen Verpflichtungen durch robuste Lösungen, Automatisierung und Governance annehmen, um den gewünschten Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Die strategische, regulatorische Meldewesenplattform von AxiomSL bietet eine lückenlos automatisierte Lösung, um die Compliance akkurat und zeitgerecht sicherzustellen, während die Kosten und die Komplexität der Anforderungen der Beteiligungsoffenlegung, die in Verbindung mit der Verwaltung von offenlegungsbezogenen Tätigkeiten stehen, wesentlich reduziert werden. Unser Team aus Regulierungsexperten analysiert die Regulierungslandschaft umfassend und hält mit allen Änderungen von Vorschriften Schritt, was den Aufwand für Unternehmen bedeutend verringert. Außerdem teilen wir unser umfassendes Wissen auf dem Gebiet und unsere Fachkenntnisse mit Unternehmen und bieten praktischen regulatorischen Rat, um ihre Compliance auch weiterhin sicherzustellen.

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