Ausweitung der AnaCredit Anforderungen

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Die Auswirkungen der Umsetzung innerhalb der  Europäischen Union

AnaCredit steht für Analytical Credit Datasets und fordert von Finanzinstituten, sehr granulare Kreditdaten für juristische Personen zu erheben und wurde auf andere nicht-natürliche Personen erweitert.  

Während Kreditderivate derzeit von dieser Regulierung ausgenommen sind, umfassen die erforderlichen meldepflichtigen Kredit- und Einlagendaten: a.) Einlagen, außer umgekehrte Pensionsgeschäfte; b.) Überziehung; c.) Kreditkartenforderung; d.) Revolvierende Kredite (ohne Überziehungs- und Kreditkartenkredite); e.) Kreditlinien ohne revolvierende Kredite; f.) Umgekehrte Pensionsgeschäfte; g.) Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen; h.) Finanzierungsleasings; und i.) andere Kredite.

Oberflächlich mag dies relativ einfach erscheinen, es gibt aber unterschiedliche Nuancen, die für die verschiedenen Zentralbanken der EU-Mitgliedsländer gelten.  Aus der Erfahrung von AxiomSL zur Implementierung von EU-weiten AnaCredit-Lösungen lässt sich bezüglich der Einhaltung der Meldeanforderungen für Finanzinstitute Folgendes festhalten:

Unterschiedliche Schwellenwerte

In den meisten Ländern legt AnaCredit einen Schwellenwert von 25.000 EUR für Kredite und Kreditlinien für Meldezwecke fest.  Länder wie Irland, Finnland und Belgien hingegen verfügen nicht über Schwellenwerte und deren Finanzinstitute müssen ihr gesamtes Kreditbuch melden.  Deshalb müssen Rohdatensätze, abhängig von den jeweils gültigen AnaCredit-Regulierungen, in jedem Land einzeln bezüglich eines Schwellenwerts überprüft werden.  

Weitere Attribute

Gewisse Länder erfordern unter Umständen zusätzliche Datenelemente, um ihre konkreten Meldebedürfnisse zu erfüllen.  Frankreich beispielsweise weitere Daten um Unternehmern zu identifizieren.  Dies kommt also zu den Anforderungen des Standard-AnaCredit-Meldeschemas, das von der Europäischen Zentralbank erstellt wurde, hinzu.  In den Niederlanden gibt es ein logisches Datenmodell, das aus ca. 50 Tabellen für Vertragspartner, die in den Niederlanden und auch nicht in den Niederlanden ansässig sind, besteht.  

Länder wie Spanien, Belgien und Österreich haben ihr derzeitiges Zentralkreditregister ausgebaut, um die Anforderungen von AnaCredit zu erfüllen.

Irland wiederum folgt einem anderen Ansatz und möchte, dass Finanzinstitute die Rolle jedes gemeldeten Vertragspartners kategorisieren.  Finnland fordert eine zusätzliche Tabelle für Sicherungsgeber.  Italien hat eine Datentabelle für Finanzinstrumente hinzugefügt, um Daten zu Gebühren, Ausgaben und jährlichen Prozentsätzen zu erheben.  Deutschland fordert zwei zusätzliche Tabellen.  Die erste ist die Tabelle für Änderungen der Vertragspartnererkennung und die zweite bezieht sich auf erhaltene Sicherungen von Vertragspartnern.

AnaCredit schafft zwar einen gemeinsamen Kreditmelderahmen, allerdings müssen diese Zusätze für eine EU-weite Implementierung berücksichtigt werden.

Erhebungsabweichungen

Es gibt in der EU unterschiedliche Meldeverfahren von AnaCredit.  In Frankreich beispielsweise werden unterschiedliche Meldungen gemacht, abhängig davon, ob es sich um Banken, die in Frankreich ansässig sind, handelt, oder um angegliederte Niederlassungen in anderen EU-Ländern.  Niederlassungen von Banken, die in Frankreich tätig sind, unabhängig davon, ob der Geschäftssitz innerhalb der EU ist oder nicht, haben wieder andere Meldeanforderungen.

Ähnliche Regelungen gelten für alle Länder der EU, was dazu führt, dass die Erhebungsregeln vom Ort des Geschäftssitzes und dem Betriebsstatus im jeweiligen Land abhängt.

Das Dilemma während der Umsetzung

Im Laufe unserer Gespräche mit Finanzinstituten, die sich auf die Umsetzung der AnaCredit-Anforderungen vorbereiten, kamen bei Geschäftsführungen und Auditteams folgende Fragen auf:

Wie erstellen wir einen Plan, um die verschiedenen Anforderungen dieser Meldeverfahren zu handhaben?

Welche Datensätze und Quellen müssen vorbereitet werden, um die Anforderungen bezüglich Schwellenwerten und Attributen in jedem Land zu erfüllen?

Wie können wir die verschiedenen Erhebungsanforderungen als Finanzinstitut in unserem Heimatland und als Banken-Holding oder Filiale in anderen Ländern erfüllen?

Der Weg in die Zukunft muss daher ein EU-weites AnaCredit-Rahmenwerk sein, das den Schwellenwerten der Länder entspricht, verschiedene Meldeanforderungen erfüllt und die Meldung basierend auf dem Status des jeweiligen Finanzinstituts in einem Land ermöglicht.  Dadurch können wir nicht nur die Anforderungen von heute, sondern auch jene der Zukunft erfüllen.

Über AxiomSL und AnaCredit

AxiomSL kombiniert fundierte Branchenkenntnisse mit einer intelligenten Plattform und Lösungen rund um die Themen Meldewesen, Liquidität, Kapital & Kredit, Betrieb, Handel & Transaktionen sowie Steueranalyse. Wir unterstützen derzeit rund 70 Regulatoren in 50 Jurisdiktionen und arbeiten mit Finanzinstituten mit einem Gesamtvermögenswert von über 39 Billionen US-Dollar.  Unsere Kompetenz bezüglich der Umsetzung von AnaCredit lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Dem Modell der umfassenden EBA-AnaCredit-Anforderungen folgend, ermöglicht die Oberfläche einem Finanzinstitut, die Daten einmalig darzustellen bzw. AnaCredit-Meldungen in sämtliche EU-Jurisdiktionen vorzunehmen.
  • Zusammen mit der Schwellenwertprüfung werden Daten- und Geschäftsvalidierung angeboten, um eine frühe Datenbewertung zu ermöglichen und den Quellensystemen Feedback zu geben.
  • Es werden die Änderungen der Meldezyklen identifiziert, die an jede nationale Zentralbank gemeldet werden müssen.
  • Validierungen und Deltaverarbeitung werden effizient durchgeführt, um auch Kunden, die sehr große Datenmengen verarbeiten und melden müssen, gerecht zu werden.
  • Die Nutzung von Dashboards der AxiomSL Platform gestaltet das Reporting effizienter.
  • Integration von verschiedensten Datenquellen für effizienten Im und- Export von Daten.
  • Wir haben in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden eine umfassende MIS-Berichterstattung entwickelt, die im Betrieb sehr hilfreich ist. Diese MIS-Dashboards werden zusammen mit der Lösung angeboten und helfen bei der Datenintegrität und -analyse.
  • Erfolgreiche Projekte bei der Durchführung von AnaCredit.