AnaCredit: Chance oder Risiko?

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08/03/2018 – Von Abhishek Awasthi, Product Manager, AxiomSL EMEA

Es sind nun weniger als sechs Monate bis zur Abgabefrist für komplette Datensätze und somit stellen AnaCredit-Anforderungen immer noch große Herausforderungen für die Bankenbranche dar. Im Rahmen der AnaCredit-Meldungen sind Datenqualität und Datenmanagement zu großen Herausforderungen geworden. Die Erhebung von Daten aus mehreren und verschiedenen Datenquellen und die Zertifizierung der Vollständigkeit bleiben weiterhin die größten Herausforderungen.

AnaCredit oder Analytical Credit Dataset Regulation wurde von der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Leben gerufen und soll granulare Kreditdaten zu individuellen Bankkrediten von Kreditinstituten an juristische Personen in der Eurozone erheben. Phase eins der Regulierung umfasst das Melden der Daten bezüglich Krediten an juristische Personen, die einen vordefinierten Schwellenwert (in den meisten Ländern 25.000 Euro) übersteigen. Die weiteren Stadien von AnaCredit werden den Meldeumfang erweitern, inklusive der Anzahl von zulässigen Finanzinstrumenten sowie der beobachteten Gegenparteien.

Dieses Ausmaß an detaillierten und umfassenden Datensatzanforderungen setzt Kreditinstitute erheblich unter Druck. Die Abgabefrist beginnt am 30. September 2018 und einige Länder, darunter Deutschland und Irland, haben ihre Testfenster bereits seit Oktober 2017 geöffnet. Die Testfenster und der tatsächliche Go-Live sind zwischen jetzt und September 2018 geplant.

Die wichtigsten Herausforderungen

Die nationalen Zentralbanken (NZBs) müssen die AnaCredit-Meldungen an die EZB durchführen. Finanzinstitute (FIs) berichten daher an ihre NZBs. Speziell Multi-Entity-FIs würden Probleme mit diesem grenzüberschreitenden Aspekt der Regulierung haben.

Eine weitere Herausforderung von AnaCredit ist zweifellos die granulare Datenanforderung der EZB. Während andere Meldearten sich üblicherweise auf den Gesamtwert eines Kredits fokussieren, erfordert AnaCredit Details zu den einzelnen Krediten mit sehr detaillierten Informationen. Daher ist die Datenqualität äußerst wichtig und die typischen Gesamtwertberichtigungen aufgrund von Datenqualitätsproblemen wären unter dem AnaCredit-Schema nicht tragbar.

Unternehmen stehen außerdem strengen Verpflichtungen hinsichtlich der Meldefrequenz gegenüber, die besagt, dass Meldungen monatlich, vierteljährlich oder „bei Veränderung“ stattfinden sollen. Die monatlichen und vierteljährlichen Meldungen müssen regelmäßig, nach bestimmten Zeitplänen eingereicht werden, während die Meldungen „bei Veränderung“ nur dann eingereicht werden müssen, wenn eine Änderung der Kreditdaten vorliegt und die anfängliche Meldung bereits erfolgt ist. Diese Faktoren zusammen führen zu zahlreichen Umsetzungsschwierigkeiten für Unternehmen, die ohnehin schon von Compliance-spezifischen Plänen überfordert sind.

Von Compliance zu Performance

FIs sollten in der Lage sein, statistische Meldungen, betriebliche Meldungen, Transaktionsmeldungen und andere regulatorische Anforderungen auf viel effizientere und einfachere Art und Weise zu bewerkstelligen. Die regulatorischen Meldeanforderungen bewegen sich derzeit hin zu einem ähnlich einheitlichen Format. Dies könnte eine Chance für FIs darstellen, die Daten auf effiziente und logische Art und Weise vorzuhalten, was ihnen schlussendlich erlauben würde, dieselben Erhebungsverfahren für sämtliche Datenmeldungen zu nutzen, ohne ständig verschiedene Datenanforderungen erfüllen zu müssen. Im Fall von AnaCredit können Firmen, sobald die geplante Erweiterung des Meldeumfangs in Kraft tritt, ihre Meldungen unter Verwendung dieses einen, gemeinsamen Datensatzes einreichen.

Da alle Daten zentral gesammelt werden, erhalten Berichterstatter Zugang zu einer einheitlichen, klaren Momentaufnahme ihrer aktuellen Kreditposition mit einem Vergleichswert aus den letzten Monaten. Aus geschäftlicher Sicht ist dies eine äußerst hilfreiche Art und Weise, Daten zu bewerten und entsprechend neue Strategien zu entwickeln. Die konkreten Anforderungen von AnaCredit ermöglichen außerdem, dass Daten nicht mehr nur erhoben und gemeldet werden, sondern dass auch die Datenqualität erheblich verbessert wird.

Wertschöpfung aus regulatorischen Anforderungen durch Technologie

Es gibt zwei Wege, wie man an die Herausforderungen von AnaCredit herangehen kann. Der erste Weg ist, kurzfristige, taktische Fehlerkorrekturen durchzuführen, und der zweite ist ein strategischer Ansatz, bei dem die Optimierungen des gesamten Meldewesens im Fokus stehen, mit einem langfristigen Strategie.

Um auf unsere ursprüngliche Aussage zurückzukommen – AnaCredit scheint derzeit vielleicht als beispiellose regulatorische Herausforderung. Auf längere Sicht jedoch ist es eine Verbesserungschance, die FIs mit wertvollen Datenmanagementkapazitäten ausstattet und die Effizienz ihrer Geschäfts- und Betriebsmodelle verbessert. Unternehmen benötigen einen strategischen Ansatz, um die Kosten und Komplexität der Compliance bewältigen und gleichzeitig die Vorteile der Norm zu nutzen.

Regulatorische Compliance und ausgelagerte Softwarelösungen verzahnen mehr und mehr untrennbar. FIs verstehen zunehmend, dass ihre Melde- und Risikomanagementfunktionen nach effektiver Automatisierungen verlangen. Diese Erkenntnis brachte Banken und Regulatoren zusammen, um die Initiative Banks’ Integrated Reporting Dictionary (BIRD) ins Leben zu rufen. Sie umfasst die Daten und Transformierungsverfahren, denen Banken folgen, um die Meldeanforderungen von AnaCredit zu erfüllen. Die strategische Meldewesenplattform von AxiomSL hat diese Methode mit gängigen Data-Dictionary-Funktionen (DD) übernommen. Der Zugriff erfolgt über das Dashboard und unser Datenquellenmodul ist in allen Ländern, die von AnaCredit betroffen sind, einheitlich. Wir bieten grenzüberschreitende Meldekapazitäten und sämtliche AnaCredit-Meldungen können über unsere strategische Plattform an die konkrete Jurisdiktion im erforderlichen Format übermittelt werden. Die dazugehörigen Datenmanagementkapazitäten von AxiomSL in Kombination mit der transparenten und offenen Plattform ermöglichen es FIs, sehr große Datenvolumen mit robuster Datenverdichtung und Data Governance zu managen.

Da Berichterstatter von regulatorischen Anforderungen überflutet werden, sollten sie strategisch an die Sache herangehen, um diese komplexen lokalen und globalen Compliance-Herausforderungen für 2018 und darüber hinaus zu meistern.

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